· 

Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster

Spinnenkrawall XXL

 Australien, USA 2002   

 Regie: Elleroy Elkayem                       

 Laufzeit: 99 Minuten

 

Handlung: Bergbauingenieur Chris McCormack kommt nach zehn Jahren zurück in die Kleinstadt, in der ihm sein Vater eine Mine vererbt hat. Die Heimkehr steht jedoch unter keinem guten Stern: Ein Chemieunfall lässt die vielen, vielen exotischen Spinnen eines kauzigen Züchters über Nacht zu gewaltiger Größe mutieren. Die Riesenspinnen betrachten die Bewohner des Ortes und ihre Haustiere als Beute. Es kommt zu Reibereien.

 

Besprechung: Das ist der Triple Whopper unter den Spinnenfilmen: Alles ist groß, saftig, zu viel, und dann noch mehr. Action, Krawall, Blödsinn und Spinnen, Spinnen, Spinnen. Vom für diese Art Film sehr üppigen Budget von 30 Millionen Dollar wurde ein großer Batzen für hunderte von liebevoll programmierten CGI-Spinnen verwendet, die natürlich trotzdem künstlich aussehen. Dadurch bietet sich der Film womöglich als virtuelle Expositionstherapie für Arachnophobiker an. Auf jeden Fall sollte man erst diesen artifiziellen Spinnen-Overkill meistern, bevor man sich an den realistischeren "Arachnophobia" wagt. 

 

Die Gags in „Arac Attack“ sind oft so albern wie der Titel bereits fairerweise nahelegt, manche funktionieren für mich gut, was auch daran liegt, dass der Film verschiedene Humorlevel bedient und sich mit politischer Unkorrektheit zurückhält. David Arquette hat mir als Dewey in "Scream" deutlich besser gefallen. Seine Rolle in "Arac Attack" ist einfach nicht so toll geschrieben: ein gewaltbereiter, nicht sonderlich sympathischer Hitzkopf, der völlig erwartbar seinem love interest (Kari Wuhrer als entschlossener Sheriff) hinterher liebäugelt. Scarlett Johansson, die hier ein Jahr vor „Lost in Translation“ eine Rolle als Teenager-Tochter der Polizistin hat, bekommt reichlich Gelegenheit, um genervt, schmollend oder überrascht zu gucken. Auch bei den übrigen Figuren dieses Edel-Trash ist nichts subtil oder besonders originell, aber das Drehbuch ist schlau genug, um seine Mainstream-Mechanismen zumindest nett zu verpacken. Außerdem ist das Tempo hoch, die Action fett und die Produktion recht hochwertig. 

 

In beschwingter Runde kann der Film auch heute noch wahrscheinlich für ein mittelgroßes Hallo sorgen. Bestenfalls kiekst ein jugendliche Publikum irgendwann so schrill wie die irgendwie niedlichen Riesenspinnen.* Erfahrene Film-Buffs der Genres Horror und SF können unterdessen ein paar nette Referenzen entdecken. So erinnern beispielsweise die Szenen in der Shopping-Mall an den berühmten Zombiestreifen „Dawn of the Dead“, und wer genau hinguckt, sieht auch einmal kurz einen Jason-Vorhees-Lookalike durchs Bild hüpfen.  

Kurz: ziemlich leckere, ziemlich leere Kalorien. 

 

* Ja, die Spinnen in „Arac Attack“ machen Geräusche! Es wird überhaupt ein ziemlich falsches Bild von Spinnen gezeichnet, das den faszinierenden Geschöpfen Unrecht tut. 

 

Trivia: In den USA sollte der Film ursprünglich ebenfalls „Arac Attack“ heißen. Im Zuge des Golfkriegs klang das den Produzenten aber zu sehr nach „Iraq Attack“ und man entschied sich für den Titel „Eight Legged Freaks“. Den Ausdruck hatte David Arquette während der Dreharbeiten improvisiert. Die entsprechende Szene ist im Film zu sehen.

 

Wenn es im Film zu Spinnenangriffen kommt, variiert der Score gerne über der Melodie des Kinderliedes „Itsy Bitsy Spider“ (in Großbritannien und Australien auch bekannt als „Incy Wincy Spider“). 

 

Der etwas unheimliche Spinnenzüchter am Anfang des Films, der dem kleinen Arachniden-Interessierten Mike irgendwie zweideutig die Hände auf die Schultern legt, wird übrigens von Tom Noonan gespielt, der in Michael Manns „Manhunter“ (1986) den Serienmörder Francis Dollarhyade gespielt hat.

 

Wegen des moderaten Erfolgs – der Film spielte 45 Millionen Dollar ein – war ein Sequel geplant. Aus (mir) unbekannten Gründen wurde es aber nie realisiert.

 

IMDB: 5.5 von 10

Letterboxd-Rating: 2.6 von 5                                                                                                      

Neft-Rating: 3 von 5

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0