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The Autopsy of Jane Doe

B-Movie-Hit von André Øvredal

 USA, Vereinigtes Königreich 2016    

 Regie: Kinji Fukasaku                        

 Laufzeit: 86 Minuten

 

Handlung: Die Polizei entdeckt in einem Haus drei Leichen, offenbar Mordopfer. Im Keller finden sie eine vierte Leiche, eine nicht zu identifizierende junge Frau. Genau diese „Jane Doe“ wird zur Obduktion zu einem Gerichtsmediziner gebracht, der sich sofort mit seinem Sohn ans Werk macht. Der würde zwar lieber mit seiner Freundin Zeit verbringen, aber Dienst ist Dienst. Und die Leiche wirklich interessant!

 

Besprechung: Das ist ein kleiner Film, der fast ausschließlich in den Kellerräumen einer familiengeführten Gerichtsmedizin spielt. Das Ensemble besteht größtenteils aus Vater (Brian Cox) und Sohn (Emile Hirsch), und eben einer unidentifizierten Leiche, der titelgebenden Jane Doe. Das begrenzte Setting wirkt sehr stimmungsvoll und klaustrophobisch. Das Vater-Sohn-Gespann, das die Autopsie durchführt, hat viel Charisma und eine gute Dynamik, und so hat einen der Film mit seiner ungewöhnlichen Geschichte schnell in den Bann gezogen. Das Sezieren der Leiche wirkt einerseits realitätsnah und nüchtern und gleicht andererseits einem spannenden Rätselspiel: Woran ist die Frau gestorben? Warum wirkt ihr Leichnam trotz der innen zu findenden Verletzungen außen so intakt? Die praktischen Effekte sind stark und vor allem die Leiche selbst wirkt überzeugend und sowohl mitleiderregend wie furchteinflößend. Eine weitere Stärke des Films ist sein gelungenes Tempo. In den etwa 80 Minuten gibt es keinen Leerlauf, aber genug Zeit, um Setting und Charaktere zu etablieren. Gut finde ich auch, dass der Film in Bezug auf den Hintergrund der Leiche nicht in die reaktionäre Falle tappt, die dieses Thema tendenziell bereithält.

 

Was dieses starke kleine B-Movie in meinen Augen etwas beschädigt, ist das letzte Drittel des Drehbuchs. Hier hätten ein paar andere Entscheidungen zu einer stärkeren Wirkung geführt. Trotzdem bleibt ein wirklich erfrischender, gut inszenierter Horrorfilm, der allen gefallen dürfte, die bei den Themen „Autopsie“ und „Okkultismus“ leuchtende Augen bekommen.   

 

Trivia: Bei dem Film handelt es sich um das englischsprachige Debüt des norwegischen Regisseurs André Øvredal, der mit seiner norwegischen Found-Footage-Produktion „Trollhunter“ bekannt wurde und später mit „Scary Stories to Tell in the Dark“ und „Die letzte Fahrt der Demeter“ nachlegte. Nachdem er 2013 „Conjuring“ gesehen hatte, wollte er unbedingt einen Horrorfilm drehen und fand das Skript zu „The Autopsy of Jane Doe“ auf Anhieb überzeugend.

 

Die Tote wurde von Olwen Catherine Kelly (Model und Schauspielerin aus Irland) gespielt. Sie musste während einiger Drehtage acht bis zehn Stunden nackt und bewegungslos auf einem Seziertisch liegen, was sie aufgrund ihrer Yoga-Skills und ihrer Fähigkeit, sehr flach zu atmen, richtig gut hinbekam.

 

Brian Cox spielte 1986 den Hannibal Lector in Michael Manns „Manhunter“.  

 

Emile Hirsch wiederum ist vielen vor allem durch seine Hauptrolle in „Into the Wild“ (2007) bekannt.

 

Gedreht wurde der Film auf einer Farm im englischen Selling, Grafschaft Kent.    

 

Achtung: Die Katze stirbt.

 

IMDB: 6.8 von 10

Letterboxd-Rating: 3.2 von 5                                                                                                      

Neft-Rating: 3.5 von 5

 

 

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